Server oder NAS?

VORAB: Dieser Artikel wurde erstmalig am 23.05.2015 auf meiner Internetseite veröffentlicht, und seitdem hat sich einiges getan, was genau, erwähne ich am Ende des Textes.

F√ľr manche von uns stellt sich irgendwann mal diese Frage. Baue ich mir einen Server oder greife ich auf ein NAS zur√ľck?

Ich stelle hier beide M√∂glichkeiten gegen√ľber.

Als Server nehme ich meinen Eigenbau, als NAS das ZyXEL NSA 325V2, wovon ich drei St√ľck in Betrieb habe.

Zuerst zu dem Server, dieser besteht aus folgenden Teilen:

  • Geh√§use NZXT LeXa S
  • Netzteil 500W
  • Prozessor Intel i3 3225 3,3 GHz
  • Mainboard ASRock Z77 Extreme4
  • RAM: 8GB
  • Festplatte: SSD 120GB f√ľr Betriebssystem (getauscht im Mai 2015, da SanDisk 32GB von jetzt auf gleich defekt)
  • Erweiterungskarten 2x f√ľr weitere Festplatten anzuklemmen

Gesamtpreis ende 2013 ca. 500‚ā¨ OHNE Datenfestplatten (7 St√ľck k√∂nnen eingebaut werden).

Jetzt zu dem NAS, es ist ein ZyXEL NSA 325V2

  • 1,6 GHz CPU / 512 MB RAM
  • USB 3.0 Anschluss Vorne, 2x USB 2.0 Hinten
  • 2,5″ oder 3,5″ HDD , Einsetzen und Entfernen durch Klick Mechanismus
  • bis zu 4 TB HDD Unterst√ľtzung pro Slot

Preis zwischen 60-95‚ā¨, schwankend

Stromverbrauch Server

Einschaltvorgang 170W Spitze (Sekundenbruchteil)

Bootvorgang ca. 100W

nach ca. 5 min ca. 72W

eine Festplatte in Betrieb ca. 75W

Stromverbrauch Server

Angenommen der Server wird 24 Stunden, 7 Tage die Woche betrieben kommen wir auf ungef√§hre Kosten von 175‚ā¨ im Jahr.

Vorgaben:

  • 80W Verbrauch
  • Preis kW/h 24,8 Cent

Realistischere Kosten bei mir:

Serverbetrieb ca. 6 Stunden pro Tag sind ca. 45‚ā¨ im Jahr

Vorgaben:

  • 80W Verbrauch
  • Preis kW/h 24,8 Cent

 Stromverbrauch NAS

Einschaltvorgang 24W (Sekundenbruchteil)

Bootvorgang ca. 15W

nach ca. 5min ca. 14W

beide Festplatten in Betrieb ca. 18W

Stromkosten

Das NAS ist 24/7 an, angenommen mit 18W im Betrieb kostet das NAS im Jahr ca. 40‚ā¨ bei einem Strompreis von 24,8 Cent/kWh.

Geschwindigkeiten im Netzwerk

Die Geschwindigkeiten lasse ich √ľber das Programm „YARCGUI“ testen.

Zuerst wieder der Server:

Das Ergebnis bezieht sich auf die Schreibgeschwindigkeit, d.h. die Lesegeschwindigkeit ist normalerweise noch höher.

Im Ergebnis vom Server kommt YARCGUI auf ein Ergebnis von 4785,6 MB/Min., umgerechnet also ca. 79,76MB/Sek.

Jetzt das Ergebnis vom NAS:

Das Ergebnis bezieht sich auf die Schreibgeschwindigkeit, d.h. die Lesegeschwindigkeit ist normalerweise noch höher.

Im Ergebnis vom Server kommt YARCGUI auf ein Ergebnis von 2789,879 MB/Min., umgerechnet also ca. 46,50MB/Sek.

Geräte- bzw. Festplattenstatus

Es sollte bei jedem Gerät möglich sein Status abzulesen, rein aus Interesse oder ob evtl. bald ein Festplattentausch ansteht. Dabei kommen verschiedene Ansichten bzw. Programme zum Einsatz.

Bei dem Server könnte das u. U. so aussehen:

Gerätestatus lese ich mit GKrellM aus, das sieht dann live so aus:

Den Festplattenstatus (auch SMART Werte genannt) kann man z.B. mit dem mitgelieferten Programm bei Linux Mint 17.1 auslesen, welches sich einfach „Laufwerke“ nennt und so aussehen k√∂nnte:

Man sollte sich aber nicht verr√ľckt machen lassen falls die Werte mal nicht in Ordnung sind. Manchmal reagiert das Programm auch √ľber. Bei mir jetzt bei 2 Festplatten an einem Wochenende passiert. Zuerst ein Fehler in den SMART Werten, gut, wird gesichert und getauscht, dann 2 Tage sp√§ter war der Server gar nicht mehr hochgefahren sondern blieb schon beim BIOS stehen weil die Festplatte einen Fehler meldete. Diesen mu√üte ich manuell quittieren damit der Server startet. In der Laufwerksverwaltung wurde auch ein schwerwiegender Fehler angezeigt und das die Festplatte innerhalb weniger Stunde oder Tage ausfallen k√∂nnte. Also auch daf√ľr eine neue Festplatte gekauft. 3 Tage sp√§ter nach dem ersten Auftritt des Fehlers nochmals Server gestartet, komischerweise fuhr er ohne Fehlermeldung hoch. Auch war in den SMART Werten jetzt auf einmal alles in Ordnung, komisch… Um weiter sicher zu gehen lie√ü ich einen Selbsttest durchf√ľhren der ein paar Stunden dauerte. Auch diesen Selbsttest schlo√ü die Festplatte OHNE Fehler ab. Auch die zuerst angezeigte Festplatte zeigte einmal einen Fehler mehr an.

Man k√∂nnte also meinen mein Server hat Selbstheilungskr√§fte :-). Nun ja, jetzt habe ich hier 2x2TB Seagate NAS Festplatten auf Reserve hier liegen…

Aber kommen wir jetzt mal zum NAS und seiner Ansicht. Diese l√§uft nicht √ľber ein Programm sondern einfach √ľber eine Browseransicht. Diese kann nat√ľrlich von NAS zu NAS auch verschieden aussehen.

Hier sieht man auch den Zustand und Temperaturen vom NAS, ebenso den Festplattenstatus. Genauso sieht man auch leider das die Festplatten dort schon wieder fast voll sind :-(.

Programme:

Server:

Hier hat wohl eindeutig der Server die Nase vorn. Linux Mint 17.1 hat eine RIESEN Auswahl an Programmen die man installieren k√∂nnte. Entweder √ľber die Paketauswahl oder √ľber verschiedene Internetseiten. Sofern das Programm f√ľr Ubuntu geeignet ist, kann man es auch f√ľr Linux Mint nutzen.

NAS:

Hier gibt es nur eine beschränkte Auswahl an Programmen da auf dem Server ein Herstellerangepasstes Linux System läuft. Als Beispiele wären da z.B.

  • Backup Planner
  • DyDNS
  • Gallery
  • Memopal
  • NFS
  • NZBGet
  • PHP-MySQL-phpMyAdmin
  • Polkast
  • SMART
  • SqueezeCenter
  • Syslog
  • Tftp
  • Transmission
  • WordPress
  • eMule
  • ownCloud

Dabei mu√ü man aber auch erw√§hnen das einige mitgelieferte Pakete keinesfalls die aktuellsten Versionen sind. Manchmal gibt es noch die M√∂glichkeit √ľber Umwege aktuelle Pakete zu installieren, das lasse ich aber jetzt mal au√üen vor.

Multimedia

Ein gro√üer Punkt heutzutage ist Multimedia, zumindest f√ľr mich pers√∂nlich. Ich sehe gerne Filme und Serien ohne gro√üartig DJ zu spielen. Zudem ist es mir schon sehr sehr oft passiert das ich eine Serie angefangen habe zu sehen, zwischendurch ein paar Tage oder Wochen nicht mehr weitergesehen, dann wu√üte ich nicht mehr genau bis wohin ich gesehen habe. Mit Plex passiert so etwas nicht, da Plex alles speichert und Du auf einen Blick sehen kannst bis wohin man eine Sendung gesehen hat, bzw. welche Sendung man √ľberhaupt schon gesehen hat.

Das NAS stellt Multimediainhalte z.B. per DLNA zur Verf√ľgung, somit verzichtet man auf eine sch√∂ne bunte Oberfl√§che und bekommt die Dateien lediglich wie in einer Ordneransicht pr√§sentiert.

Fazit

Vielleicht konnte ich mit dem Vergleich dem einen oder anderen einen √úberblick verschaffen f√ľr was man sich entscheiden sollte. Klar gibt es auch besser ausgestatte Netzwerkspeicher, diese gehen dann aber auch direkt in andere Preisregionen. Mir kam es haupts√§chlich auf Speicher drauf an, keine gro√üartigen Extrafunktionen. Die Geschwindigkeit finde ich auch noch in Ordnung, da ist manch USB Festplatte langsamer.

√Ąnderungen seit 2015:

Das Netzteil wurde gegen ein Thermaltake Paris 650W getauscht. Desweiteren wurde der RAM auf 16GB erweitert.

Da ich keine weiteren Festplatten mehr einbauen konnte, kaufte ich mir ein externes Festplattengeh√§use, welches √ľber USB3 angeschlossen wird. Es schaltet sich bei Start des Servers ein und nach herunterfahren ein paar Sekunden sp√§ter automatisch auch wieder aus. Es handelt sich um ein Fantec QB-35US3-6G

Als Betriebssystem läuft mittlerweile auch tatsächlich ein Serversystem, Ubuntu Server 18.04 LTS mit Plex sowie Samba.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.